Im Mietrecht ändern sich Rechtsprechung und Gesetze sehr häufig. Die letzte größere Mietrechtsreform ist im Mai 2013 in Kraft getreten und brachte erneut weitreichende Änderungen mit sich, zum Beispiel bei Modernisierungskosten oder bei einer Räumung von Wohnräumen durch den Vermieter.

Durch die häufigen Rechtslagenänderungen ist es dem Laien kaum noch möglich, den Überblick zu behalten über die eigenen Rechte und Pflichten aus einem Mietvertrag. Rechtsanwalt Fahrig ist seit über zehn Jahren schwerpunktmäßig mit allen Fragen des Mietrechts befasst. Er vertritt sowohl Mieter als auch Vermieter.

Mietvertrag:

Bevor man einen Vertrag unterschreibt, sollte man sich darüber im Klaren sein, was man unterschreibt. Das gilt insbesondere für einen Mietvertrag mit seiner Vielzahl an Regelungen, weil dieser das Wohnverhältnis, einen der wichtigsten Lebensbereiche, oft über Jahrzehnte regelt.

Darum empfiehlt es sich, einen Mietvertrag vor Abschluss von einem Fachmann prüfen zu lassen. Denn oft verwenden die Parteien Vertragsvorlagen, die nicht mehr auf dem neuesten Stand der Rechtsprechung sind. Musterverträge, etwa aus dem Internet, enthalten nicht selten Klauseln, die gegen geltendes Recht verstoßen. An diese Klauseln müssen sich die Mietvertragsparteien nicht halten.

Mietminderung:

Stellt der Vermieter dem Mieter die Wohnung nicht in dem vereinbarten Zustand zur Verfügung, muss der Mieter nicht die volle Miete bezahlen. Er kann mindern. Das gilt zum Beispiel, wenn die Heizung ausfällt oder wenn die Wände feucht – oder gar mit Schimmel befallen sind.

Doch um welchen Betrag die Miete gemindert werden kann, ist für den Laien nur schwer auszumachen. Schimmel ist nicht gleich Schimmel und die Rechtsprechung zur Mietminderung ist umfangreich und undurchsichtig.

Mindert der Mieter die Miete um einen größeren als den rechtlich zulässigen Betrag, gerät er mit seiner Miete in Rückstand und riskiert im schlimmsten Fall eine Kündigung und Räumungsklage des Vermieters. Darum sollte vor einer Mietminderung stets ein Mietrechtsexperte befragt werden, der genau weiß, welcher Mangel Mietminderung in welcher Höhe zulässt und wie man diesen wirksam geltend macht.

Kündigung:

Der Mieter kann den Mietvertrag in aller Regel jederzeit kündigen. Er muss nur die Kündigungsfrist einhalten. Für den Vermieter ist das erheblich schwieriger. Er kann zum einen auf Eigenbedarf kündigen. Doch dafür muss er zahlreiche Voraussetzungen erfüllen. Kann der Mieter geltend machen, dass die Eigenbedarfskündigung für ihn eine besondere soziale Härte bedeuten würde, kann der Vermieter ihn aber auch dann nicht kündigen, wenn er ansonsten alle Voraussetzungen erfüllt.

Noch komplizierter ist für den Vermieter eine außerordentliche Kündigung des Mieters aus wichtigem Grund, etwa wegen nicht bezahlter Miete. Das Mietrecht enthält zahlreiche Regelungen, die den Mieter vor dem Verlust seiner Unterkunft schützen sollen. Diese machen es dem Vermieter extrem schwer, einen Mieter aus einer Wohnung zu klagen.
Um sicher zu gehen, dass eine Räumungsklage nur dann eingelegt wird, wenn Aussicht auf Erfolg besteht, sollte dazu unbedingt die Hilfe eines auf Mietrecht spezialisierten Rechtsanwalts in Anspruch genommen werden.